B.’s Hotel befand sich 5 Minuten Fussweg von der Metrostation Lesseps in der Nähe des Park Güell. Es war ein typisches kleines Touristenhotel. Die junge Frau an der Reception radebrechte irgendetwas in Englisch als B. sie auf Spanisch unterbrach und damit soetwas wie ein Lächeln auf ihr rundes Gesicht brachte…womit erwiesen schien, dass sie zumindest keine „militante“ Katalanin war. Sein Zimmer befand sich im obersten Stockwerk. Also drängte er sich mit einem niederländischen Pärchen in den viel zu kleinen Aufzug. Sie hatten ihn natürlich direkt als “ Moffen “ identifiziert und vermieden daraufhin jeglichen Augenkontakt indem sie verlegen auf den Boden schauten. Er atmete auf als beide im 3. Stock den Aufzug verliessen… Sein Zimmer war klein und mit dem Nötigsten ausgestattet. Um sich abzulenken knipste er den Fernseher an und bediente sich in der Minibar… Mittlerweile brannte sich der 3. doppelte Osborne  langsam aber sicher durch sein Innenleben. Seufzend lies er sich rückwärts auf das Bett fallen und starrte mit leerem Blick auf den Deckenventilator der sich träge wie in Superzeitlupe drehte…Unweigerlich musste er an eine Anfangsszene aus Coppola’s Apocalypse Now denken in der Martin Sheen als völlig fertiger GI  auf dem Bett einer Saigoner Absteige liegt, auf den Deckenventilator starrt und daraus in seinem Wahn langsam die Rotorblätter eines Militärhubschraubers zu werden scheinen…Immer wieder kamen ihm in entscheidenden Situationen seines Lebens irgendwelche Filmszenen in Erinnerung,  so als wären diese Szenen Stationen denen er unvermeidlich zu folgen hatte indem er sie nachlebte…Während Sheen damals im Film auf seinen nächsten düsteren Militärauftrag wartete, war sein „Auftrag“ längst klar…Langsam begann er zu bedauern, dass noch soviel Zeit bis zum Morgen blieb.  Wie konnte er ernsthaft glauben seine letzten Stunden hier in der Enge dieses Hotelzimmers verbringen zu können ?  Ein Zweifel nach dem anderen würde ihn erschüttern und seine Entscheidung ins Wanken bringen…Mit einem Ruck erhob er sich vom Bett, ging ins Bad und betrachtete sich im Spiegel…Er schaute in ein sehr müdes Gesicht…dicke Ränder unter den Augen, 3-Tage Bart…die grauen Haare standen auf “ Sturm „. Immer wieder fuhr er sich mit den Händen durchs Haar…Er würde hier auf keinen Fall bis zum Morgen bleiben können…Mit fahrigen Bewegungen zog er sich wieder an und schloss die Zimmertür mit einem Knall. Vor dem Hotel winkte er ein Taxi heran, drückte dem Fahrer einen 100 Euro Schein in die Hand und gab ihm mit einer Handbewegung zu verstehen, einfach draufloszufahren…

Fortsetzung folgt…

Globalautist

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