Archive for September, 2010


O’saft is !

“ O ‚ saft is ! „, um mal einen Ex- Spieler von Bayern München zu zitieren. Wie bitte ? Das ist falsch ? Ja, natürlich ! Aber was will man erwarten, wenn sich  jährlich zu Beginn der trostlosen Jahreszeiten Fußballmillionäre und Sonstige freiwillig zu krachledernen Deppen machen. Na ja, als Kind trug ich ja selbst gezwungenermaßen eine kurze Lederhose und wenn man aus dem blau-weißen Freistaat kommt ( der hoffentlich baldigst seine Unabhängigkeit erklärt ….) und eine landwirtschaftliche Profession hat, mag das Trachtendödeliö ja noch angegehen und das Gesamtbild ist stimmig. …Aber soooo ???  Der Bayrische “ Kulturimperialismus “ ist weltweit auf dem Vormarsch ! Heute Schickimicki-München und morgen die ganze Welt ! Von Shanghai in “ Kina “ ( wie der Bayer sagt…)  über Tulsa ( Oklahoma/USA ) und Nippes/Köln bis Wermelskirchen im Land der verbockten, ignoranten bergischen Stimmungspanzer:  “ Seit Oktober wird jetzt jährlich  “ kulturell “  zurückgeschossen ! OK.: Was den Kölner betrifft, so zieht der sich bereitwillig eh‘ jedes Kostüm an und hört dazu ganzjährig irgendwelche “ Mundartmusikanten  „…Haupsache die Begriffe Herz ( das “ kölsche “ natürlich… ) und Heimat ( die “ kölsche “ natürlich… )  werden mindestens innerhalb von 3 Minuten “ Lalla “ 11 x (magische Kölner Zahl…) erwähnt. Apropos: heißt es eigentlich “ Kölsch Blood “  oder “ Kölsch Blöd “ ??? Na, ja…kleiner Exkurs…Zur Sache : In Zeiten einer leidlichen “ Leitkultur “ und des wirtschaftlichen Globalismus weiß der “ Deutsche “ halt nicht mehr wo er hingehört. Völlig ankerlos treibt der neuzeitliche Teutone mit seinem Schiff der “ Möchtegern “ auf dem globalen Ozean mit Namen Nirvana. Doch da der hiesige Homo Sapiens ( und nicht nur der…) aber wohl so etwas wie einen schwammigen Heimatbegriff ausfüllen will, “ füllt “ er Lederhosen bzw.das Dirndl aus und danach so manche Kloschüssel.  Das nötige Zubehör gibt’s mittlerweile in vielen geläufigen Supermarktketten…In Festzeltstimmung kommt der gefühlte Bayer dann nach spätestens 4 völlig überteuerten “ Wiesn‘ Bier “ und  “ Alpen-Pseudo-Folk-Remmidemmi „,  der mit Bayrischer Volksmusik so viel zu tun hat wie der Fußpilz mit einer Taschenlampe. Aber was schreib‘ ich eigentlich …? Was letztendlich bei dieser cleveren Geschäftsidee hinten rauskommt zieht halt unweigerlich an.  Auf geht’s : Sepplhuber &/ oder Zenzi wollen raus aus Dir !  Millionen von Fliegen können sich nicht irren ! Willkommen auf dem Weißwurstplanet ! Hollerödödeldidu ! O‘ saft is !

B’s Aufpasser, ein mittelgroßer, kräftig wirkender Pfleger, hatte soeben erfolglos versucht eine Flatulenz zu unterdrücken. Mit einem breiten Grinsen und einem Achselzucken blickte er in B’s Richtung als die Bürotür mit einem Schwung aufging und Fr. Dr. Lopez hereintrat. Mit einer kurzen Handbewegung bedeutete sie dem Pfleger den Raum zu verlassen, legte einen Stapel Papiere auf den Arbeitstisch und nahm im ergonomisch geformten Arbeitssessel Platz ohne auch nur einmal zu B. aufzublicken. Die großgewachsene Brünette las kurz die Notizen ihres Vorgängers und blickte dabei ab und zu über den Rand ihrer schwarzen Hornbrille, die ihrem Gesicht eine gewisse Härte gab. Sie sah gut aus dachte B. Es würde ihm sicherlich nicht schwer fallen dem Rat Dr. Gonzales‘ zu folgen und nett zu ihr zu sein…“ Wie geht es ihnen jetzt ?“, fragte sie plötzlich mit rauchiger,  offensichtlich von vielen Zigarretten und Nachtleben geprägten Stimme. “ Mit mir ist alles klar und ich hätte nichts dagegen diesen gastlichen Ort trotz der hübschen Mitarbeiterinnen so schnell wie möglich wieder zu verlassen“, entgegnete B. mit dem smartesten Lächeln das er im Augenblick zustande brachte. “ Nun…wann sie wieder gehen können bestimmen wir, sagte sie ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Und noch etwas: Trotz aller Emanzipation leben wir hier noch immer in einem Land voller Machos und wenn ich etwas nicht vertragen kann dann ist es dumme Anmache ! Ich möchte sie also im beiderseitigen Interesse bitten im weiteren Verlauf unserer Gespräche auf so etwas zu verzichten…verdad?! …Selbstverständlich,“ antwortete B. verdattert. Na, das konnte ja heiter werden ! Plötzlich war auf dem Flur ein ziemlicher Lärm zu hören und schon im nächsten Moment wurde die Bürotür aufgerissen. Ein ihm irgendwie bekannt erscheinender junger Mann blickte mit großen Augen und laut keuchend in die Runde, griff sich den Brieföffner auf dem Schreibtisch, riß B. von hinten mit einem Arm vom Sitz und hielt ihm den Brieföffner an die Kehle. Fr. Dr. Lopez verlor für einen Moment die Contenance, sprang auf wobei sie den Stapel Papiere von Schreibtisch stieß und die Situation mit einem “ Mierda ! “ kommentierte…Kurz darauf standen Zivilbeamte und Uniformierte atemlos  in der Tür und erkannten die Situation. Sie griffen sofort an ihre Waffenhalfter…Der Mann mit dem Brieföffner an B’s Kehle zog ihn einen Schritt zurück und schrie „, Stop !  “  Langsam nahmen die Beamten ihre Hände wieder von den Halftern und traten einen Schritt zurück. B. spürte wie sich Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten, unendlich langsam dort herunterliefen bis sie an der Nasenspitze angekommen waren und dort kitzelten…Für einen ewig lang erscheinenden Moment sagte keiner der Beteiligten ein Wort während der Angstschweiß auf B.’s Stirn immer größer wurde…. „Ich darf jetzt nicht Niesen ! Unter keinen Umständen darf ich jetzt Niesen ! Nein ! Niesen geht jetzt nicht !“,  wiederholte B. im Stillen wie ein Mantra…B. mußte Niesen ! Ein Schwall von Bakterien ging explosionsartig auf seine Umgebung nieder.