Archive for Februar, 2010


„…Beide Mannschaften deckten sich gegenseitig…“ ????????( Philipp Heerwagen, Torhüter VFL Bochum)

Es ist Samstagnachmittag. Es ist der 24. Bundesliga Spieltag Es ist Abstiegskampf. Es ist das Spiel VFL Bochum – 1.FC Nürnberg. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen nach einem langen hartnäckigen Winter machen den Stadionaufenthalt seit Monaten mal wieder erträglich.

Doch beide Teams spielen gegen den Abstieg und das verspricht  fußballerisch nichts Gutes für den weiteren Verlauf des Nachmittag. Tatsächlich haben mehr als 24000 den Weg ins Bochumer “ Rewirpowerstadion “ gefunden. Die Stimmung ist gut. Doch noch kurz vor dem Anpfiff zünden “ Nürnberger “ im eigenen Block eine Reihe von Bengalos und verletzen damit 6-7 eigene (!) Fans zum Teil schwer!!! Wie blöde und gleichzeitig deprimierend ! Diese Deppen gibt es leider mittlerweile bei fast allen Vereinen und sie scheinen nichts dazuzulernen. Das Spiel selbst ist eine Ansammlung von Fehlpässen und fehlendem Spielverständnis auf beiden Seiten. Auf keinen Fall verlieren ! In der ersten Halbzeit scheint Nürnberg etwas bemühter. In der 2 .Halbzeit versucht der VFL Bochum das Spiel zu gestalten. Maric fällt wie auch schon in den Spielen vorher positiv auf. Aber es wird einfach zu viel vertändelt und die Fehlpaßquote ist doch immens. Der Unterschied zwischen den ersten 4-5 Teams der 2. Bundesliga und den letzten 4-5 Teams der 1. Bundesliga ist wirklich nicht sehr groß. Am Ende hat weder Bochum noch Nürnberg einen Sieg verdient. Das Spiel endet 0:0…Lediglich die Fans des VFL Bochum hätten für ihr Ausharren und Durchstehvermögen mehr belohnt werden müssen. Und auch der vernünftige Nürnberger Anhang hat für 600 km Fahrt und seinen lautstarken Support was Besseres verdient ! Fazit: Seit langer Zeit mal wieder gutes Fußballwetter, gutes Bochumer Publikum,  scharfe Stadioncurry, kaltes Fiege Pils ( ein sogenanntes “ ehrliches Bier “ ),  Abstiegskampf ohne kämpferisch und ….räusper…. fussballerisch Erwähnenswertes, und ein schon bierseeliger aber dennoch freundlicher Nürnberg Fan der  mich auf dem Rückweg in die Feinheiten der Kesselfleischzubereitung (???) einweiht, da es mir erst nach einer Weile gelingt mich aus seiner durchaus wohlwollenden Umarmung zu befreien…Auch schön… Dank wie immer an Revieruschi fürs Fahren, Jünteruschi und Kirmesuschi fürs Mitkommen…

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One Way Ticket…(16)

Langsam kam Hamid wieder zu sich. Der alte Schmerz war wieder da. Ein Schmerz den er seit seiner Kindheit nur zu gut kannte. Er zog vom Brustkorb in die Bauchgegend und wieder zurück in den Thoraxbereich. Es war eine seelische Pein, die sich derart heftig auf den Körper auswirkte so dass es ihm nach kurzer Zeit die Tränen in die Augen trieb. Immer dann wenn sich die Emotionen in seinem Körper zu einem hochexplosiven chaotischen Mix verdichtet hatten endete das Ganze in einem großen Nichts – Bald darauf folgte immer dieser verfluchte Schmerz ,der ihn mit jedem Mal tiefer in ein Loch zog aus dem er sich kaum noch befreien konnte. Er versuchte sich abzulenken und blickte sich um. Vor dem Fenster befanden sich Gitterstäbe durch die er auf einen großen Park blickte in dem weiß gekleidete Personen langsam umhergingen, die völlig losgelöst von der Zeit und jeglichen realen Bezug zu sein schienen. Das Zimmer in dem er allein lag war karg eingerichtet. Vor dem Bett befand sich ein Tisch mit 2 Stühlen. Neben dem Bett ein Beistelltisch. Keine Bilder, keine Blumen. Die Wände weiß…Man hatte ihn bis auf Hose , T-Shirt und Socken seiner persönlichen Sachen entledigt. Sogar der Hosengürtel war weg. Mit jeder weiteren Minute begriff er langsam in welcher Lage er sich befand. Die Zeit seit dem Morgen war im Zeitraffer und bruchstückhaft für ihn durchgerast. Nun befand er sich in der Superzeitlupe. Die Tür öffnete sich und ein stämmiger Pfleger kam mit einem Tablett. Er stellte es wortlos auf seinen Beistelltisch, nahm den Plastikdeckel weg und bedeutete Hamid mit einer Handbewegung zu essen. Auf dem Tablett dampfte eine Suppe. Daneben etwas Weißbrot. Der Pfleger lehnte sich an die Tür und beobachtete Hamid argwöhnisch. Mit leicht zitternder Hand löffelte H. seine Suppe.  Er fühlte eine angenehme Wärme in sich hochsteigen. Als der Teller leer war räumte der Pfleger sofort ab und verließ das Zimmer. H. hörte wie abgeschlossen wurde.  Wieder Nichts…So verging Stunde um Stunde. Es begann schon dunkel zu werden als es plötzlich auf dem Flur laut wurde. Er hörte eilige Schritte und einige Männerstimmen. Das Schloß zu seinem Zimmer knarrte, die Tür wurde aufgerissen und 2 Herren in Zivil sowie 4 Beamte in Uniform traten an sein Bett. “ Man hat ihren Gürtel mit Plastiksprengstoff an den Gleisen gefunden „, sagte der kleinere der beiden Zivilbeamten und schaute ihn dabei durchdringend an. Hamid zuckte mit den Schultern und machte Anstalten sich von seinem Bett zu erheben, als die vier Uniformierten ihn unsanft ergriffen und ihm Handschellen anlegten. Kurz darauf zerrten sie ihn über den Flur. Die Schritte hallten auf den riesigen Gängen… H. fühlte wie die Wut in ihm hochkochte. Nach cirka 100 Metern bemerkte er wie 2 der Uniformierten, die direkt neben ihm gingen und ihn zunächst festhielten unachtsam wurden und ihre Griffe lockerten. Mit einer plötzlichen Bewegung seines Oberkörpers befreite er sich und rannte so schnell er konnte in einen Seitengang des Riesengebäudes. Die Beamten waren so vedattert, dass sie mehrere Sekunden brauchten um zu reagieren und seine Verfolgung aufzunehmen. Genug Zeit für ihn in ein Zimmer zu stürmen, in dem sich offensichtlich eine Ärztin und ein Patient bei einem Gespräch befanden. Blitzschnell fällte H eine Entscheidung. Er ergriff den messerscharfen Brieföffner auf dem Bürotisch der Ärztin, stellte sich hinter den vedutzten Patienten da der näher bei ihm war und legte ihm die Klinge an den Hals. Die junge Doktorin sprang auf und stieß dabei einen Stapel Papier vom Tisch, während sich die ihn verfolgenden Beamten im Türeingang fast gegenseitig über den Haufen rannten als sie die Situation erkannten und wie angewurzelt stehenblieben…In Hamid’s Hirn ratterte ein Szenario nach dem anderen  durch. Er brauchte einen Plan und das verdammt schnell…

Globalautist